Carmina Burana 9.5.2010
Blaumännle, 19.12.2008
Südwest Presse vom 15. Januar 2009
Blaumännle, 16. 1. 2009
Südwestpresse vom 20. 1. 2009
Südwest Presse, 24. 9. 2008
"Ich mag keine Noten"
Der Blaubeurer Arno Krokenberger war bei "Jugend jazzt" erfolgreich
Er ist gerade mal15 Jahre alt, ist Pianist und hat jetzt beim Wettbewerb "Jugend jazzt" in Stuttgart inder Sparte Klavier solo einen überragenden ersten Platz belegt: Arno Krokenberger aus Blaubeuren.
HELMUT PUSCH
Improvisationen am Flügel: Der Blaubeurer Arno Krokenberger im Stuttgarter Theaterhaus, wo der 15-Jährige beim Landeswettbewerb
Musikalisches Talent ist auch eine Vererbungssache. Und da hat der 15-jährige Pianist Arno Krokenberger gute Karten. Seine Mutter ist die Blaubeurer Kirchenmusikdirektorin Bettina Gilbert, sein Vater der Pianist und Organist Albrecht Krokenberger. Und von ihm hat Arno Krokenberger auch seine ersten Klavierstunden bekommen - als knapp Sechsjähriger. Klassisches Klavier, vier Jahre lang. Dann war erst mal Schluss. "Ich mochte nicht nach Noten spielen, ich spiele lieber nach Gehör", erzählt der Gymnasist heute.
Überhaupt, die Klassik. Heute schätzt der Internatschüler des Blaubeurer Seminars die klassische Musik sehr viel höher als damals. "Mein Zimmergenosse ist Klassikfan, mit ihm diskutiere ich oft stundenlang." Und diese Diskussionen haben dem Jazzfan Arno Krokenberger eine neue Perspektive auf die Klassik eröffnet.
Wie gesagt, mit zehn Jahren war Schluss mit dem väterlichen Klavierunterricht. Der zehnjährige Arno hatte Isabelle Siyou mit ihrer Gospeltruppe gesehen und nach dem Konzert deren Pianisten Joe Fessele angesprochen. Mit Erfolg: Fessele war bereit, dem Zehnjährigen Jazz-Piano beizubringen - eine völlig neue Welt. "Zuhause hatten wir nur zwei Jazzplatten: Frank Sinatra und Jazz-Samba mit Stan Getz, Joao und Astrud Gilberto", erzählt Arno Krokenberger.
Der Unterschied zum Klassik-Unterricht? "Der Lehrer fordert weniger ein. Bei der Klassik muss man immer ein gewisses spieltechnisches Niveau erreichen, bevor es weitergeht. Beim Jazz ist das anders: Da muss man zu Beginn auf einen Schlag jede Menge Skalen und Harmoniebezüge lernen." Der Vorteil: "Das kann man das Leben lang nutzen." Solche Skalen, die je nach den Harmonie-Verläufen eingesetzt werden, sind das Rüstzeug, auf das die Musiker beim Improvisieren bauen. Aber nicht nur: "Skalen alleine sind langweilig", sagt Krokenberger. Der auch selbstkritisch anmerkt: "Es gab Zeiten, da habe ich die Pentatonik hoch und runter genudelt." Pentatonik ist eine der einfachsten Improvisationsskalen.
Der Durchbruch kam in den Weihnachtsferien 2007. Die verbrachte Arno Krokenberger bei seinem Vater. "Da steht ein Flügel, den ich sehr gerne spiele." Nur: Krokenberger hatte sein Real Book, eine Sammlung der wichtigsten Jazzstandards, vergessen und war darauf angewiesen, Stücke zu spielen, die er im Kopf hatte: etwa Joseph Kosmas "Autumn leaves". Und weil er keine Noten hatte, versenkte er sich wesentlich tiefer in den Song, lotete ihn regelrecht aus - tagelang. "Das war der Durchbruch", erzählt er.
"Mir hatten schon öfter Freunde gesagt, dass sie das gut finden, was ich auf dem Klavier mache. Jetzt wollte ich wissen, was Leute davon halten, die sich auskennen", erzählt Krokenberger. Und die Fachleute waren schnell gefunden, die Jury des Wettbewerbs "Jugend jazzt", der alle drei Jahre stattfindet. Krokenberger meldete sich an, machte beim Regionalwettbewerb in Allensbach am Bodensee mit und holt sich einen ersten Preis samt Weiterleitung zum Landeswettbewerb. Und auch da überzeugte Krokenberger die Jury, in der so prominente Preisrichter wie Frieder Berlin, Klaus Graf oder Martin Johnson saßen - unter anderem auch mit "Les Grelots" von Michel Petrucciani, einem seiner Favoriten.
Und auf was steht ein Jazz-Pianist sonst noch? Natürlich Keith Jarrett, Bill Evans und Oscar Peterson, erzählt Krokenberger, der nach dem Preis bei "Jugend jazzt" jetzt am Sonntag zusammen mit den anderen Preisträgern im Stuttgarter Bauer-Studio, in dem auch schon Größen wie Chick Corea oder Miles Davis gearbeitet haben, eine CD aufnimmt. Und auf der prangt dann auch sein richtiger Name. Denn in den ersten Presse-Meldungen zum Landeswettbewerb war Arno Krokenberger noch als "Arne" gefeiert worden. Der Grund für das Versehen: "Ich hatte den Anmeldebogen ziemlich schlampig ausgefüllt", schmunzelt Arno Krokenberger.
Erscheinungsdatum: Mittwoch 24.09.2008
Blaumännle, 25. 7. 2008
SEMINAR / UMFANGREICHE BAUARBEITEN RUND UMS KLOSTER
Platz für 25 weitere Schüler
Die Gebäude des Evangelischen Seminars Blaubeuren und das ebenfalls von der Schule genutzte Kloster werden saniert. Weil das Seminar künftig eine Klasse mehr hat, entstehen weitere Zimmer im ehemaligen Forsthaus.
JOACHIM STRIEBEL
Blaubeuren·: Das Evangelische Seminar Blaubeuren wird im Jahr 2009 erstmals Schüler bereits in der neunten Klasse aufnehmen. Bisher besuchen die Schüler des altsprachlichen Gymnasiums in den Klassenstufen 9 und 10 die Schwesterschule in Maulbronn und wechseln dann nach Blaubeuren, wo sie die Klassen 11, 12 und 13 durchlaufen.
Im Zuge der Umstellung auf das achtjährige Gymnasium hat die Evangelische Seminarstiftung, die Träger beider Schulen ist, an den Standorten Maulbronn und Blaubeuren vom Land Baden-Württemberg jeweils ein Gymnasium mit den Klassenstufen 9 bis 12 genehmigt bekommen.
Wie Schulleiter Dr. Henning Pleitner erklärt, ist das Evangelische Seminar Blaubeuren dabei, sich baulich auf die Ausweitung von 75 auf 100 Schülerinnen und Schüler vorzubereiten. Derzeit sind die Handwerker in dem im Klosterhof gelegenen Forsthaus tätig. In dem Gebäude, das bis zur Eingliederung der Forstverwaltung ins Landratsamt vom Staatlichen Forstamt genutzt wurde, entstehen Doppel- und Dreibettzimmer für die Elftklässler der Internatsschule. Die Zimmer werden "schlicht, aber qualitätvoll" eingerichtet, sagt Pleitner. Hinzu kommen dort eine Pfarrer- und eine Lehrerwohnung. Die Einweihung ist bereits auf 18. Januar 2009 terminiert. Die Kosten für den Forstamt-Umbau, der auch die Remise einschließt, belaufen sich auf 1,7 Millionen Euro.
Insgesamt nennt Henning Pleitner für die Arbeiten an den verschiedenen Gebäuden des Seminars einen Umfang von rund 13 Millionen Euro. "Es wurde viele Jahre lang nichts investiert, weil nicht klar war, wies weitergeht", erklärt Pleitner. "Jetzt freuen wir uns, dass alles neu wird", sagt der Schul- und Internatsleiter. Koordiniert werden die Bauarbeiten vom Staatlichen Hochbauamt Ulm.
In den nächsten Tagen ziehen die Handwerker ins Hauptgebäude, wo das Lehrerzimmer und das Dienstzimmer für den Ephorus - so lautet der Titel des Schulleiters - umgebaut werden. Danach werden die Schlafräume der Klassen 9 und 10 umgekrempelt, auch das Musikzimmer, die Küche, der Speisesaal und weitere Räume werden nach einem genau festgelegten Zeitplan renoviert. Der Schulbetrieb läuft stetig weiter.
Sonderaufgaben warten auf die Bauleute im Dorment des Klosters, das als Raum für Konzerte immer mehr an Bedeutung gewinnt. Sie reinigen das Holz an Wänden und Decken und modernisieren die Beleuchtung und die Sanitäranlagen.
In allen Bereichen werden Brandschutzmaßnahmen nach heutigen Erfordernissen umgesetzt, wozu auch manche Fluchttreppen gehören. Wo es der Denkmalschutz zulässt, wird eine Wärmedämmung angebracht. Die Denkmalexperten freut, dass das Kloster so gut erhalten ist. Das sei dem Umstand zu verdanken, dass die Anlage schon seit 1556 als Schule genutzt wird, meint Pleitner.
Klosterdach zum Schluss
1975 entstand nebenan der Neubau des Seminars, in dem eine Generalsanierung ansteht. Krönender Abschluss der Baumaßnahmen sollen 2012 am Kloster die Sanierung von Dach, Fassade und Mauer sein.
Im Kloster gemeinsam zu leben und zu lernen, sei etwas ganz Besonderes, meint Henning Pleitner. Zum Profil des Seminars gehören die Persönlichkeitsenwicklung, ein reiches Freizeitangebot in Sport, Musik und Kultur, das Erlernen von zwei modernen Fremdsprachen und Griechisch sowie auf Wunsch Latein, Hebräisch und Iwrith (Neuhebräisch). Die Seminaristen können das Abitur nach dem Europäischen Bildungsgang ablegen. Die Schüler, von denen nur ein kleiner Teil im Anschluss Theologie studiert, sind keinesfalls hinter Klostermauern gefangen: Sie setzten sich ein fürs gesellschaftliche Leben. Im Rahmen eines Projekts haben Elftklässler beispielsweise vier Monate lang im Diakonieladen, im Altenheim, in der Kinderkirche beim Jugendfußball und bei der Feuerwehr geholfen.
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Erscheinungsdatum: 25.07.2008, Copyright Das Blaumännle












