Wiedereröffnung der Seminare 1945
Nach dem Zusammenbruch 1945 waren die Besatzungsmächte einsichtig genug, die Bedeutung der Seminare zu erkennen und ihnen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Am 5.August 1945 teilte der französische Militärgouverneur mit, "daß in Anbetracht der großen Bedeutung, welche vom religiösen Gesichtspunkt aus die Wiederaufnahme der Fortbildungskurse der Theologiestudierenden habe, er heute alle Anweisungen an den Abteilungschef der Militärregierung in Reutlingen gebe, daß diese Räumlichkeiten zur Verfügung zurückgegeben werden (Der Mönchshof diente zu dieser Zeit noch der franz. Armee als Lazarett).
Auch die Militärregierung der USA In Stuttgart räumte der Bildungs- und Erziehungsarbeit von Anfang an einen hohen Stellenwert für die Schaffung eines demokratischen Staates ein. Ein Bericht der amerikanischen Erziehungskommission für die Militärregierung stellte fest, daß die Schule ein Hauptfaktor für die demokratische Umerziehung in Deutschland sei und formulierte entsprechende Richtlinien für die Gestaltung des Schulwesens.
Die Ev. Seminarstiftung wurde wieder vollständig in ihre Rechte eingesetzt und die Seminare wieder nach den Lehrplänen für die humanistischen Gymnasien mit den Schwerpunkten alte Sprachen und Religion geführt. Mit zu den ersten Maßnahmen nach dem Zusammenbruch gehörte die Wiedereinführung von Klasse 9 bei der Oberstufe (d.h. die heutige 13. Klasse).
Rechts:
Schreiben der provisorischen Kultusverwaltung Stuttgart über die Schließung der "Deutschen Heimschulen" in Blaubeuren, Maulbronn und Schöntal und Schreiben der franz. Militärregierung Reutlingen über die Rückgabe des Seminars Urach

