Reform der Oberstufe - Schließung von zwei Seminaren

Ungleich folgenschwerer wirkte sich die von der Kultministerkonferenz am 7. Juli 1972 beschlossene
Neugestaltung der gymnasialen Oberstufe der Sekundarstufe II aus. Die Einführung von sehr differenzierten Leistungskursen war mit der seitherigen Ausstattung an Lehrkräften keinesfalls zu bewältigen. Auch hätten sie an den einzelnen Seminaren aufwendige Umbaumaßnahmen erfordert; die Kosten in Höhe von mehreren Millionen ließen sich mit den abnehmenden Schülerzahlen nicht vereinbaren.

Man machte sich die Entscheidung nicht leicht. Nach sehr kontroversen Diskussionen und langwierigen Überlegungen beschloß die Landessynode die

Aufgabe von 2 Seminaren.

1975 wurde das Unterstufenseminar Schöntal und zwei Jahre später - 1977 - das Oberstufenseminar Urach geschlossen.
Hinter den Seminaristen der 65. Uracher Promotion, die im Sommer 1977 zum Tor hinaus zogen, schlossen sich die Tore des Uracher Seminars, 159 Jahre nach ihrer Öffnung, für immer.

Von den ehemaligen Schöntal-Uracher Seminaristen wurde die Entscheidung zur Schließung "ihrer" einstigen Bildungsstätten, zu denen die allermeisten ein starkes und enges inneres Verhältnis voller Emotionen entwickelt hatten, als sehr schmerzhaft empfunden. Für viele war es wie der Verlust einer Heimat. Nur schwer konnten sie die Notwendigkeit eines solch gravierenden Eingriffes in eine so traditionsreiche Institution einsehen, ja, viele waren der Meinung, es hätte auch anders gehen müssen, zumal später manche Maßnahmen der Oberstufenreform wieder zurückgenommen wurden.

Aber die Würfel waren nun einmal gefallen; es gab nur noch zwei ev. theol. Seminare in Württemberg.

Schließungsbescheid
Das war's dann!