Die Reduzierung der Zahl der Klosterschulen
Der von den Klöstern erwirtschaftete Ertrag floss in das so genannte Mannskloster-Depositum, eine Kasse, über die allein der Herzog verfügte. Alles, was für die Schule und für die Schüler aufgewendet werden mußte, minderte diesen Ertrag. Man suchte daher bald nach Einsparungsmöglichkeiten und kam zu der Überzeugung, daß 13 Klosterschulen für 200 Schüler recht unwirtschaftlich seien.
Unter Herzog Christoph kam es jedoch noch nicht zur Schließung von Klosterschulen, sah er sie doch als seine ureigenste Schöpfung an. Nach seinen eigenen Worten waren sie „ein solcher Schatz, so in ganzer teutscher Nation nit befunden werde“.
Erst unter seinem Sohn und Nachfolger Herzog Ludwig (1568- 1593) wurde Ernst gemacht: 1583/84 wurden die Schulen Lorch, Anhausen und Denkendorf geschlossen. Die Gesamtzahl der Schüler - jetzt „Alumni" - wurde aber nicht verringert.
Nach 1593, unter Friedrich I. (1593-1608) wurden sechs weitere Schulen aufgehoben: Alpirsbach, Murrhard, Hirsau, Königsbronn, St.Georgen und Herrenalb, wobei sich der Herrenalber Abt verzweifelt gegen die Aufhebung wehrte. Der Herzog blieb aber hart.
Danach waren noch Adelberg und Blaubeuren als niedere, Bebenhausen und Maulbronn als höhere Klosterschulen übrig, in denen insgesamt 200 Schülern unterrichtet wurde. Wegen zu großer Raumnot setzte der Landtag dann durch, dass 1599 als fünfte Schule Hirsau wieder eröffnet wurde.
Herzog Friedrich schaffte auch die Klosterhaushaltungen ab, die bis dahin u.a. die Speisung der Schüler besorgt hatten. Die Klostergüter wurden verpachtet. In den Klosterschulen übernahm nun einer der verheirateten Präzeptoren bzw. dessen Ehefrau die Speisung der Schüler und der ledigen Präzeptoren.
Bei den 5 Klosterschulen blieb es bis 1630, als das „Restitutions-Edikt" die Klöster den Mönchsorden wieder einräumte und die Klosterschüler nach Hause geschickt werden mussten. Erst durch den Westfälischen Frieden konnte der Herzog wieder über die Klöster verfügen und die Schulen allmählich wieder in Betrieb nehmen.
1650 wurden Bebenhausen und Blaubeuren, 1656 Maulbronn und 1662 Hirsau wieder eröffnet.
Der Wiederaufbau des Landes wurde durch die Kriege Ludwigs XIV. erneut empfindlich gestört Hirsau wurde in Schutt und Asche gelegt. Maulbronn und Blaubeuren mussten wegen der feindlichen Invasion geschlossen werden und konnten ihre Pforten erst 1703 bzw. 1705 wieder öffnen. Als Ersatz für das zerstörte Hirsau wurde 1713 in Denkendorf eine vierte Klosterschule errichtet.




