Ein Semi in Michigan

Ein Metzinger grüßt aus Michigan

swp 25.01.2018

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) ist ein vom Deutschen Bundestag und dem US-Kongress finanziertes Stipendium, das jungen Deutschen und Amerikanern ein Auslandsjahr ermöglicht. In dieser Zeit übernehmen sie die Rolle eines jungen Botschafters ihres Heimatlandes. Auch der CDU-Wahlkreisabgeordnete Michael Donth nutzt das Programm regelmäßig. Im vergangenen August ermöglichte er es dem Stipendiaten Michael Mutschler aus Metzingen in die USA zu reisen. Der 17-jährige lebt in Lake Odessa in Michigan. Nach dem verheerenden Wirbelsturm Irma musste er allerdings seine Gastfamilie wechseln, da sein Zimmer für die obdachlos gewordene Großmutter aus Florida gebraucht wurde. Inzwischen hat er sich bei seiner zweiten Gastfamilie gut eingelebt. Mit drei Gastgeschwistern und zwei Hunden ist diese sogar noch größer als seine Familie in Metzingen. Dort vermissen ihn nicht nur sein Vater, sondern auch seine zwei jüngeren Brüder.

Mit Heimweh kann der Schüler jedoch gut umgehen. In Deutschland ist er es gewohnt, nur jedes zweite Wochenende nach Hause zu kommen. Er besucht das Evangelische Seminar in Blaubeuren – ein staatliches Gymnasium mit Internat der Evangelischen Landeskirche – und hat bereits einen längeren Frankreich-Aufenthalt hinter sich. Neben Englisch, Latein und Französisch paukt er Altgriechisch. In seiner US-Schule belegt er unter anderem die Fächer Literatur, Botanik, Geschichte der USA und spielt Fußball in der Schulmannschaft: „Die Schule ist definitiv sehr anspruchsvoll, insbesondere die Literatur- und Analysisklasse“, stellt er fest. Nach Weihnachten kämpfte der Südosten Amerikas mit heftigen Wetterkapriolen, Schnee und Kälte. „Derzeit fallen viele Schultage aus, da die Schule aufgrund des Schneechaos und der schlechten Straßenzustände kaum zu erreichen ist.“ Über das PPP hat er inzwischen sogar Washington D.C. besucht und Abgeordnete des US-Kongresses getroffen. Für ihn ein Höhepunkt des Austauschprogramms.

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