Kostüme

Die Kostüm-AG unter Leitung von Inge Pabst verwaltet den Fundus und wählt daraus die Kostüme für jeweilige Aufführung aus. Falls die passenden Kostüme nicht im Fundus zu finden sind, wird schon mal selbst zur Nadel gegriffen.

Teilnahme am Wettbewerb "Mode gestern, heute, morgen": Abendkleid (Praktische Mode 10/1953)

Dorothee und Marc aus der Kostüm-AG haben mit einem Ballkleid aus dem Jahr 1953 am Wettbewerb der Initiative Handarbeit teilgenommen.

"Im Rahmen der Kostüm-AG am Seminar Blaubeuren wurden wir auf den Wettbewerb aufmerksam. Bereits vor Weihnachten fingen wir an Entwürfe zu zeichnen. Unsere letztendliche Wahl war nicht so wie unser erster Entwurf, da nach ein paar Wochen unsere Meinungen über was „Gestern, heute, morgen“ Mode sein könnte, deutlich auseinandergingen.

Unsere Lehrerin, Frau Pabst, die die Kostüm-AG leitet, hat uns dann im Januar ein paar Schnittmusterhefte aus den 50ern bis zu den 70ern durchblättern lassen. Besonders witzig fanden wir die damaligen Werbungen. Wir haben uns dann auf dieses Kleid geeinigt, da es schöne Elemente besitzt, wie zum Beispiel der Schalkragen und eine Schleife. Aus der Beschreibung des Modells kann man den Materialverbrauch herauslesen: „Sehr wirkungsvoll kann dieses schlichte Taftabendkleid sein mit dem modischen spitzen Ausschnitt. Erf. für 96cm Obw: 5,75 m Stoff, 90 cm br. Schnitt 22 f. 96 m Oberweite a. Schnittbogen 10.“
Die Kostüm-AG trifft sich einmal in der Woche und ist vor allem für die Ausstattung der jeweiligen Theaterstücke und für die Pflege des Kostümfundus zuständig. Eine formelle Nähausbildung hat niemand der Teilnehmer. Das Nähen findet auf der Privatwohnung von Frau Pabst statt. Dieses Schuljahr haben wir zunächst mit Patchwork-Kissen angefangen.
Nachdem wir ein passendes Kleid und dazu das Schnittmuster gefunden hatten, kam das zweite Problem. Die Schnittmustervorlage war sehr verwirrend und kompliziert, da die Schnittbogen damals nicht so übersichtlich sind, wie heute. Doch wir schafften es dieses abzupausen. Falls es doch zu kompliziert wurde war stets unsere Lehrerin zur Stelle, sie gab uns Tipps, zeigte uns Tricks und ermutigte uns stets.
Wir haben von unserer Lehrerin ein Buch, „Schneidere selbst“ bekommen. In diesem stand alles was man über Stoffe und Nähen wissen muss. Dann kam wieder ein Hindernis die Auswahl der Stoffe. Dort gingen unsere Geschmäcker wieder auseinander. Doch schlussendlich haben wir uns auf zwei Boss Stoffe geeinigt, ein grauer, und einer mit feinen blauen Streifen. Die Stoffabschnitte wurden dem Kostümfundus von einer Mutter geschenkt, die diese von Boss geschenkt bekommen hatte. So hatten wir Stoff direkt aus Baden-Württemberg, denn Hugo Boss wurde 1924 in Metzingen von Hugo Ferdinand Boss gegründet. Als wir dann das Schnittmuster auf den Stoff aufgesteckt hatten und ausgeschnitten hatten wurde es dann ernst.
Um das Kleid zu modernisieren, haben wir an einigen Stellen das Schnittmuster geändert. So haben wir die Schleife weggelassen, den Schalkragen mit bedrucktem Baumwollstoff aufgepeppt und einen roten Reißverschluss eingesetzt. Die Knopfleiste haben wir durch eine Brosche ersetzt. Der kurze Rock ist eine Notwendigkeit gewesen, da der von uns gewählte Stoff nicht in der ausreichenden Menge vorhanden war.
Das eigentliche Nähen fand dann an drei Abenden Ende Januar / Anfang Februar mit jeweils zwei Stunden Zeit statt. Wir mussten uns etwas ins Zeug legen um noch rechtzeitig fertig zu werden. Die Herausforderung war neben der Zeit die knappen Angaben des Schnittmusters zu verstehen, wenn es z.B. um die Verarbeitung ging („Die Armausschnitte mit Schrägstreifen versäubern.“) Trotzdem kamen wir gut voran. Viele Begriffe haben wir uns aus „Schneidere selbst“ erklärt.
Neue Begriffe, die wir beim Nähen gelernt haben: Fadenlauf, Schrägstreifen, Abnäher, Besatz, hintere Mitte / Stoffbruch, Absteppen.
Nach der Fertigstellung waren wir sehr stolz, auf das was wir geschafft haben. Uns ist bewusstgeworden, wie viel Arbeit in so einem Kleid steckt. Unser Model sagte:„Es ist so schön, ich hätte nicht gedacht, dass man sowas selbst machen kann.“"