Besuch des Reichsparteitagsgeländes am 29. Januar 2017

Anlässlich des Holocaustgedenktages fuhren die Klassen 9 bis 11  am 29.01.2018 mit dem Bus nach Nürnberg zum „Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände“. Dort wurden uns die Parteitage, welche die NSDAP auf dem dazugehörigen Gelände von 1927 bis 1938 veranstaltete, mithilfe von Audioguides und verschiedensten Quellen nähergebracht. Am Nachmittag machten wir anschließend einen Spaziergang über die Außenanlagen, der uns die Dimension des Geländes verdeutlichte.  Der Besuch weckte bei uns Schülern verschiedene Gedanken zum Thema Nationalsozialismus. Im folgenden zwei Gedankengänge zu diesem Thema:

"Der Besuch des Reichparteitagsgeländes in Nürnberg am vergangenen Montag war für mich eine interessante Abwechslung bezüglich der Annäherungsweise an das Thema Nationalsozialismus. Beim Anblick der monumentalen Bauwerke wird einem dann doch noch ein mal auf ganz andere Art und Weise klar, wie das nationalsozialistische System die Menschen früher, auch Dank gekonnter Propaganda, in seinen Bann geschlagen hat.

Mir persönlich hat die Ausstellung sehr gut gefallen, auch wenn grundlegende Fakten sich nach der ausführlichen Behandlung der Thematik im Schulunterricht wiederholt haben. Trotzdem war es  spannend zu sehen, wie in der Ausstellung durch Schilderung persönlicher Schicksale, Filmausschnitte und Bilder ein Zugang geschaffen wurde, der über reine Fakten hinaus ging.   Durch den Zugang über den Mensch als Persönlichkeit, wurden neue, persönlichere Perspektiven auf das damalige Geschehen aufgezeigt.

Ich fand den Besuch spannend und wichtig, da eine stetige Erinnerungskultur mit dem Ziel der Verhinderung von ähnlichen, rechtsradikalen Denkweisen und Systemen die Aufgabe von uns allen ist; zum Gedächtnis derjenigen, die unter dem Dritten Reich gelitten haben, um unseret Willen und für alle nachfolgenden Generationen.“ (Schülerin aus Klasse 11)

„Die Ausstellung selbst ist unglaublich informativ und beleuchtet die verschiedenen Aspekte des Nationalsozialismus von der Machtergreifung Hitlers über die Reichsparteitage in Nürnberg bis hin zum zweiten Weltkrieg samt Judenverfolgung. Mich hat besonders die Darstellung und Erklärung des Führerkultes beeindruckt, vor allem mit welchen Methoden die NSDAP damals das Volk in ihren Bann ziehen und von ihren Ansichten überzeugen konnte. Dabei wurde ich stutzig, als der Begriff „Lügenpresse“ auftauchte, der mich mit Schrecken an heutige Populisten denken ließ. Zum Teil konnte man allerdings auch gut nachvollziehen, welche Anziehungskraft die Partei mit ihren Institutionen damals gehabt haben musste, vor allem anhand der an Festivals erinnernde Reichsparteitage, sowie der spektakulären Beleuchtung der Gebäude.

Als wir das Außengelände besichtigt haben ist mir etwas die Ungepflegtheit und Banalität der alten Gebäude aufgestoßen: da steht man auf der alten Tribüne und schaut dann auf LKW Parkplätze und bewachsene, vermoderte Zuschauertribünen. Sicherlich hat auch die trüb-graue Kulisse Ende Januar nicht gerade zur Schönheit dieser Szenerie beigetragen. Dennoch konnten einige die Vorstellung, vor einer jubelnden Masse auf der Tribüne zu stehen sichtlich nachvollziehen.

Obwohl so manchem Schüler das Thema Nationalsozialismus nach gefühlten 6829 Stunden Geschichtsunterricht, Exkursionen und Museen so langsam zum Halse heraushängt, ist es meiner Meinung nach dennoch immer wieder wichtig, sich mit diesem Kapitel zu beschäftigen. Zum einen sollte man sich bewusst werden, wie es zu einer solchen Katastrophe kommen konnte und daraus für die Zukunft lernen, zum anderen kann man dankbar sein, dass der Name „Adolf Hitler“ noch von keinem anderen abgelöst wurde und wir uns „immer noch“ mit den Geschehnissen von vor 85 Jahren beschäftigen.“ (Schülerin aus Klasse 11)